Initiative Gethsemanekiez

 

Eine Nachbarschaft für die Demokratie

Die Initiative Gethsemanekiez ist eine nachbarschaftliche, ehrenamtliche Verbindung von Anwohner*innen rund um die Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg. Gemeinsam setzen wir uns für die Demokratie ein und wollen die Solidarität, den Gemeinsinn in unserem Kiez, in Berlin und in unserem Land stärken.

Zu uns gehören Frauen wie Männer; Menschen mit Migrationshintergrund wie ohne; arbeitslose Menschen genauso wie Vollzeitarbeitende, Menschen, die schon ’89 an der Gethsemanekirche für Demokratie gekämpft haben wie jene, die damals noch im Westen zur Schule gingen; Mitglieder der Gemeinde wie jene, die die Kirche erst ein paar Mal von innen gesehen haben. Wir sind Gewerbetreibende wie Professor*innen; Studierte wie Nicht-Studierte; Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung; frisch Zugereiste wie alteingesessene Berliner*innen, aus Ost und West sowie Nord und Süd.

Wir schauen nicht darauf was uns trennt – wir schauen darauf, was uns verbindet: das Eintreten für Gemeinsinn und den Schutz unserer demokratischen Werte.

Warum sich die Initiative gegründet hat

Die Initiative geründete sich im Dezember 2021, als aggressive Corona-Protestierende jeden Montag vor der Gethsemanekirche Mitglieder der Gemeinde beschimpften, die täglichen Gebete für politische Gefangene angriffen sowie die Geschichte der Gethsemanekirche als wichtiger Ort der friedlichen Revolution in der DDR für ihre demokratiefeindlichen Parolen zu missbrauchen versuchten. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges wurden von Teilnehmenden der Aufzüge auch die Kriegsverbrechen des Kreml in der Ukraine verharmlost. Gegen all diese Verunglimpfungen und die Verbreitung falscher Fakten setzte sich die Initiative Gethsemanekiez zur Wehr.

Mehr als ein halbes Jahr lang führte unsere Initiative jeden Montag eine angemeldete Demonstration für Demokratie und Gemeinsinn vor der Gethsemanekirche durch. Dabei traten auch prominente Persönlichkeiten auf wie die frühere Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen Marianne Birthler, die damaligen Senatoren Klaus Lederer (Linke) und Andreas Geisel (SPD), der Soziologe Steffen Mau oder die Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg. Zudem vernetzten wir uns mit lokalen Initiativen sowie Beratungsstellen gegen Verschwörungserzählungen und gegen Rechts sowie mit Hilfsstellen für ukrainische Geflüchtete.

Demokratieerklärung

Mit unserer Demokratieerklärung „Wir sind keine Diktatur – Schluss mit Querdenken. Zeit für aktives Miteinander“ haben wir unsere Positionen festgehalten und über den Kiez hinaus verbreitet. Die Erklärung wurde von 100 prominenten Erstunterzeichnenden aus Politik, Kultur, Gesellschaft sowie von Gewerbetreibenden und bürgerschaftlichen Initiativen aus dem Kiez unterstützt und im Internet von mehr als 1600 Menschen unterstützt.

Nachbarschaftsfest

Um den Zusammenhalt im Kiez zu stärken, veranstaltete unsere Initiative am 10. September 2022 ehrenamtlich ein großes Nachbarschaftsfest. Dabei sahen etwa 2000 Besucher*innen ein Bühnenprogramm mit Talks und zehn Konzerten, darunter Andrej Hermlin mit den Swinging Hermlins sowie Dirk Michaelis. Unterstützt von der Gemeinde der Gethsemanekirche und ermöglicht von zahlreichen Spenderinnen und Spendern gab es auch ein Kinderfest sowie viele Aktionen rund um die Gethsemanekirche.

Die Initiative Gethsemanekiez steht weiterhin als Ansprechpartnerin der Nachbarschaft zur Verfügung und trifft sich regelmäßig für die Stärkung des demokratischen Zusammenhalts.